Evelyn Rittmeyer
Heilpraktikerin Psychotherapie
Praxis für Psychotherapie
Angewandte Neurobiologie
Farblicht-Therapie
Individual Coaching
praxis@evelynrittmeyer.de
www.evelynrittmeyer.de
Tel.: 06198 - 58 56 960
Fax: 06198 - 58 56 961
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Am Vogelgesang 1
65817 Eppstein-Bremthal
FAQ - Frequently Asked Questions
Oder:
Worüber man sich bei Therapie und Coaching so seine Gedanken machen könnte
Fangen wir mal umgekehrt an: Bei Fragen zum Thema Coaching darf ich Sie bitte
per Klick ins Hauptmenü komplimentieren. Dort finden Sie eine dezidierte
Definition von Coaching
und die von mir praktizierte Vorgehensweise sowie eine entsprechende Differenzierung
zu Therapie und anderen Interventionsformen. Sollten Sie schon am Überlegen
sein, was von beiden vielleicht für Sie selbst richtig sein könnte,
ist es sowie so an der Zeit, dass wir uns unterhalten. Dito bei allen anderen
hier noch nicht oder nicht ausreichend beantworteten Fragen. Bitte nutzen
Sie die unter Kontakt
angebotene Möglichkeit oder rufen Sie einfach an.
Die FAQs hier beziehen sich also auf Psychotherapie: Sie ist als Begriff
und als Thema vielschichtig, gesucht und gefürchtet, gelobt und bespöttelt
... wie es Dingen oft geht, denen man einiges nachsagt, über die man
dann aber doch nicht so genau Bescheid weiß. Zwischen hoher Wirksamkeit
und bestenfalls Placebo – die Position von Psychotherapie liegt im Auge
des Betrachters: je nach Schule, Blickwinkel, Informationsstand und Erfahrung,
den Behandler / die Behandlerin selbst eingeschlossen. Die angeschnittenen
Themen können hier beileibe nicht umfassend bearbeitet werden, über
jedes könnte man ein Buch schreiben; haben andere auch schon getan. Wir
versuchen hier, mit der damit verglichen knappen Beantwortung der folgenden
30 Fragen, ein wenig Wind durch die Materie zu pusten, in der Hoffnung, dass
sich alles etwas klarer setzt.
Sie können die Fragen in beliebiger Reihenfolge anklicken, um zur
jeweils dazugehörigen Antwort zu gelangen:
1.
WAS IST PSYCHOTHERAPIE?
Es gibt sehr viele Definitionen, die jeweils viel von ihrem Hintergrund und
Ursprung widerspiegeln. Das Wort selbst kommt aus dem Griechischen (
psychoherapía
– Heilen der Seele); die P. befasst sich mit der Behandlung von Menschen,
die unter geistig-seelischen oder seelisch-körperlichen (
psychosomatischen)
Befindlichkeiten leiden. Ich möchte Ihnen hier die Definition von Hans
Strotzka (1975) anbieten, da mir diese verhältnismäßig wenig
widerstrebt (Definitionen können außerhalb von Fachkreisen als sehr
unfein und verletzend aufgenommen werden). Strotzka also definiert Psychotherapie
so (Auszug): „P. ist ein geplanter, interaktioneller Prozess zur Beeinflussung
von Erlebnis- und Verhaltensstörungen und den daraus resultierenden Leidenssituationen,
die vereinbarungsgemäß (zwischen Patient und Therapeut) für
behandlungsbedürftig gehalten werden; die Psychotherapie verwendet ausschließlich
psychologische Mittel (meist verbaler Art) und ist gerichtet auf ein möglichst
gemeinsam definiertes Ziel (Symptomminimierung, kompetenter Umgang mit der Störung
durch den Patienten bzw. Strukturveränderung der Persönlichkeit) unter
Anwendung lehrbarer Techniken, die auf Theorien über sog. normales und
abnormes Erleben und Verhalten basieren. Erfolgreiches psychotherapeutisches
Handeln erfordert i.d.R. eine tragfähige Beziehung zwischen Patient und
Therapeut.“ Therapie wird Sie ermutigen, Ihre Gefühle ernst zu nehmen;
sie wird Ihnen auch helfen, Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen zu ordnen.
Therapie wird – und darf – Ihnen aber nicht die Verantwortung für
Ihr Leben abnehmen.
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2.
ICH HATTE NOCH NIE PSYCHOTHERAPIE!
WIE SOLL ICH JETZT DAMIT UMGEHEN?
Vielleicht sind Sie ein wenig erschrocken, als jemand – wahrscheinlich
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin – Ihnen empfahl, sich nach einem Psychotherapieplatz
umzusehen. Andererseits wissen Sie ja, aus welchem Grund diese Empfehlung ausgesprochen
wurde und möchten die Ursache dafür wohl schon gern beseitigen. Aber
es ist natürlich ungewohnt und vielleicht ein bisschen unheimlich, sich
vorzustellen, nun eine psychotherapeutische Praxis betreten zu sollen. Vielleicht
denken Sie, dass dies ein Schritt in die falsche Richtung wäre? (
Dass
mir das auch noch passieren muss! Was hab´ ich bloß falsch gemacht?)
Und Sie sind auch nicht gerade sehr davon überzeugt, dass Ihnen damit geholfen
werden kann? (
Man hört ja so viel! Und was ist eigentlich, wenn meine
Freunde, Kollegen, die Familie davon erfahren? Was werden die von mir denken?)
Vielleicht sind Sie im Augenblick sowieso etwas empfindlicher als sonst –
und solche Gedanken sind nicht wirklich ermunternd.
Wenn Sie jedoch bis hierher gelesen haben, dann atmen Sie bitte ein paar
Mal tief durch und lesen Sie diese Rubrik erst einmal ganz in Ruhe weiter
– noch sind Sie an einem bekannten Ort und nicht der Praxis. Wenngleich
Sie versichert sein können, dass Sie auch dort einen sicheren Raum vorfinden
werden. Ganz wichtig für Ihre gute Einstellung zu dem, was dann kommt,
ist die inzwischen auch nachweisbare Tatsache, dass die Inanspruchnahme von
Psychotherapie heute nicht mehr mit einem Stigma gleichzusetzen ist. Mit einem
gebrochenen Bein würden Sie ohne Zögern das nächste Krankenhaus
aufsuchen und in die notwendige Behandlung einwilligen – Sie wollen
ja wieder laufen können. Und heute: Sie möchten Ihr seelisches Wohlbefinden
und Ihre Lebensqualität wieder erlangen – nutzen Sie Ihre Möglichkeiten
ohne Bedenken.
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3.
WIE WEIT KANN ICH MIR EIGENTLICH
SELBST HELFEN?
Wenn Sie es genau nehmen wollen, können Sie sich immer (auch) selbst helfen.
Sie können auf sich achten im Sinn von Prophylaxe. Sie können sich
ein Bewusstsein dafür erarbeiten, die verschiedenen Stimmungen, denen Sie
unterliegen, zutreffend und zufriedenstellend zu interpretieren und gezielt
an sich oder auch mit sich arbeiten, um kleinere „Unebenheiten“
auszugleichen. Sie können in den zahlreichen einschlägigen Ratgebern
nachlesen, was von den Mitteln, die Reformhaus und Apotheke – oder Ihr
eigener Garten – für oder gegen etwas, womit Sie sich gerade beschäftigen,
hilft. Oft reicht das schon, auch deshalb, weil Sie dann aufmerksam und achtsam
für sich sorgen. Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sind sehr wichtige Stichworte:
behalten Sie sie unbedingt bei, damit Sie leicht bemerken, wenn Ihre Maßnahmen
einmal statt zu entlasten nur überdecken und ablenken. Das ist eine der
Gefahren bei der Selbsthilfe – neben dem Irrglauben, rezeptfreie, natürliche
Mittel seien ohne Nebenwirkung! ALLES, was wirkt hat auch „Nebenwirkungen“
– Effekte, die nicht unbedingt „schlimm“ sein müssen,
die jedoch nicht beabsichtigt sind. Auch bei rezeptfreien Naturheilmitteln –
die Sie sich also ohne fachlichen Rat selbst „verschreiben“ und
kaufen können – kann die Wirkung in die falsche Richtung gehen. Wenn
Sie sich diese aber Frage schon stellen, dann beachten Sie bitte die Antwort
auf die nächste Frage! Und: Wenn Sie Ihre Befindlichkeit über längere
Zeit verschleiern oder ignorieren, begeben Sie sich in die Gefahr der Chronifizierung!
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4.
WORAN MERKE ICH, DAS ICH MIR HILFE
HOLEN SOLLTE?
Zu dieser Frage habe ich bereits im Hauptmenü Stellung genommen. Bitte
klicken Sie auf diesen Satz: Wann kann oder sollte sich jemand einer psychotherapeutischen
Intervention unterziehen? Vielleicht hilft Ihnen auch die folgende Aufstellung
von Befindlichkeiten weiter; wenn davon etwas Sie zutrifft, sollten Sie unbedingt
Rat einholen!!
Sie fühlen sich ständig
überfordert, kommen sich allein gelassen und eingeengt vor. Es müssen
keine weiteren spezifischen Beschwerden vorliegen; wenn Sie unter einem solchen
Zustand leiden, kann dies schon der Hinweis auf eine ernst zu nehmende psychische
Problematik sein.
Sie haben immer wiederkehrende
Probleme mit nahestehenden Menschen, Sie leiden unter zwischenmenschlichen
Problemen am Arbeitsplatz, Ihre Leistungskraft ist erkennbar geschwächt,
Sie sind niedergeschlagen, auch eigentlich fröhliche Ereignisse und Begegnungen
oder liebevolle Überraschungen können den Schleier nicht heben;
Sie haben das Gefühl, sich nicht freuen zu können, obwohl Sie sich
genau erinnern, dass das früher anders war.
Sie fühlen sich ängstlich;
plötzliche Angstanfälle verunsichern Sie, Sie gehen nur noch ungern
aus dem Haus und zu gesellschaftlichen Ereignissen. Bestimmte Situationen
erschrecken Sie nur bei dem Gedanken daran und Sie setzen alles daran, solche
Situationen zu vermeiden.
Sie bemerken, dass Sie wie getrieben
bestimmte Handlungen (Hände waschen, Türschlösser überprüfen,
andere Rituale), von denen Sie wissen, dass sie eigentlich nicht nötig
sind, ständig wiederholen, so dass es lästig wird und anderen Menschen
evtl. auffällt.
Sie spüren häufig ohne
eigentlichen Anlass Wut in sich aufsteigen und wissen nicht, wohin damit;
Sie haben das Gefühl, immer weniger Menschen vertrauen zu können,
und sind davon überzeugt, dass Nachbarn oder Kollegen ständig Streiche
auf Ihre Kosten aushecken.
Sie fürchten sich, krank
zu werden – oder krank zu sein und es nicht zu wissen ... Sie haben
(mehrere?) körperliche Beschwerden, Ärzte, die Sie aufsuchen, können
keinen „befriedigenden“ Befund feststellen.
Sie wissen, dass Sie zu viel
Alkohol zu sich nehmen – oder andere Substanzen. Sie leiden, wenn Sie
keinen Nachschub erhalten können. Das wäre ganz klar ein Krankheits-Symptom.
Lassen Sie sich bitte unbedingt helfen!
Sie haben zweifelsfrei seit einer
Weile Untergewicht oder sie leiden unter Essattacken ... auch dies kann ein
deutlicher Hinweis auf ein behandlungsbedürftiges Problem sein.
Wenn jemand den Wunsch oder die
Absicht äußert, sich das Leben nehmen zu wollen, BITTE NEHMEN SIE
EINE SOLCHE ÄUSSERUNG ERNST – AUCH VON SICH SELBST!! Holen
Sie Hilfe, für sich selbst und /oder für die anderen. Die
Äußerung des Wunsches, nicht mehr leben zu wollen, ist ein sehr
ernst gemeinter Hilferuf nach Veränderung. Falls Sie selbst solche Gedanken
haben: grübeln Sie nicht länger, sondern suchen Sie eine Person
Ihres Vertrauens auf und sprechen Sie!
Schauen Sie unter Punkt 15 und 16 und lassen Sie sich bitte helfen.
Selbstverständlich können Sie auch meine Praxis kontaktieren.
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5.
WIE FINDE ICH DEN FÜR MICH RICHTIGEN
THERAPEUTEN?
Jeder therapeutisch arbeitende Behandler wird Ihnen zunächst wenigstens
ein Orientierung- oder Erstgespräch ermöglichen; das ist dann gewöhnlich
die erste Gelegenheit, Ihren Therapeuten / Ihre Therapeutin persönlich
kennen zu lernen – und umgekehrt! Wenn Sie möchten, schauen Sie in
dieser Website unter
Praxis
nach, wie ich das handhabe. Die sogenannten probatorischen Sitzungen, in denen
Sie und der Therapeut ausprobieren können, ob beide finden, die Therapie
könnte fruchten, sind in dem Therapievorschlag, den Sie von mir ggf. erhalten,
als solche gekennzeichnet. Hören Sie auf Ihre Intuition, die Chemie muss
schon stimmen. Jedoch: nicht immer ist derjenige Therapeut der beste für
Sie, bei dem Sie sich „gemütlich zurücklehnen können“.
Je nach therapeutischem Vorhaben kann es durchaus wichtig und richtig sein,
wenn Sie spüren, dass es etwas unbequem werden könnte – ggf.
geht es z.B. ja auch darum, sich mit dem Praktizieren neuer Verhaltensweisen
anzufreunden, was schon eine gewissen Stringenz erfordert – von beiden
Seiten übrigens! Sie sollten Ihren Therapeuten / Behandler ruhig fragen,
was immer Sie im Zusammenhang mit Ihrem Vorhaben interessiert. Prüfen Sie
sich, ob Sie Vertrauen schöpfen können. Und seien Sie nicht überrascht
von folgendem Statement: Manchmal ist die angewandte Therapiemethode erst in
zweiter Linie für den Behandlungserfolg ausschlaggebend; das Verhältnis
zwischen Therapeut und Klient kann durchaus einmal vorrangig sein. Dies herauszufinden,
braucht etwas Geduld und Fingerspitzengefühl von beiden Seiten –
und ich wünsche Ihnen Erfolg dabei!!
Es gibt selbstverständlich noch andere Kriterien, die bei der Wahl der
zu besuchenden Praxis wichtig sind: Wie wird abgerechnet (Kassenzulassung /
Privatpraxis?) – sehen Sie hierzu bitte auch die Fragen 26 bis 28. Wo
liegt die Praxis? Kann man dort parken? Wie sind die Sprechzeiten? Und wenn
Sie dort waren: Fühle ich mich in den Räumen wohl? Kann ich mir vorstellen,
für die nächsten Wochen oder Monate dort regelmäßig Sitzungen
zu haben?
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6.
SOLLTE ICH BESSER ZU EINEM THERAPEUTEN
ODER ZU EINER THERAPEUTIN GEHEN?
Grundsätzlich gibt es hier weder falsch noch richtig. Ihre Entscheidung für
einen Therapeuten oder eine Therapeutin hängt in der Hauptsache von Ihnen selbst
ab. Vertrauen Sie sich als Mann lieber einem Mann und als Frau lieber einer
Frau an? Vielleicht hängt die Entscheidung auch von Ihrem persönlichen Anliegen
ab? Es kann beispielsweise durchaus sein, dass Sie sich bei der einen Therapeutin
aufgehoben fühlen, bei einer anderen nicht so sehr, das gleiche kann bei der
männlichen Variante passieren, unabhängig davon, ob Sie selbst ein Mann oder
eine Frau sind. Man könnte vermuten, dass sich ein Mann mit einem typischen
männlichen Anliegen auch bei einem männlichen Therapeuten wohler fühlt als bei
einer Therapeutin. Und umgekehrt. Möglicherweise ist es oft auch so. Aber: das
ist kein Gesetz und keine Vorschrift. Machen Sie zwei Dinge: hören Sie in sich
hinein und probieren Sie es aus. Jeder vernünftige Therapeut/in wird Ihnen die
Möglichkeit zu mehreren Probesitzungen geben. Wenn Sie Ihr Anliegen gut gelöst
haben wollen, sollte Ihnen das ein wenig Aufwand wert sein. Es gibt übrigens
auch Therapeut/Innen, die ausschließlich entweder Männer oder Frauen behandeln.
Fragen Sie!
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7.
WIE VERLÄUFT EINE PSYCHOTHERAPIE?
An dieser Stelle können wir lediglich auf die äußere Struktur
schauen – inhaltlich und von der Vorgehensweise gleicht keine „Therapie“
der anderen, selbst, wenn es sich um das gleich Therapieverfahren handelt und
das gleiche Anliegen. Üblich ist folgende Reihenfolge (von der natürlich
wieder fallbezogen Abweichungen nicht selten sind): Nachdem sie sich für
einen Therapeuten oder eine Therapeutin entschieden haben, vereinbaren Sie ein
Erstgespräch. Hier wird Ihr Problem zunächst soweit durchleuchtet,
dass festgestellt werde kann, ob Psychotherapie überhaupt geeignet ist,
Ihrem Anliegen zu begegnen. Ist dies der Fall, werden sogenannte probatorische
Sitzungen vereinbart (ca. vier bis acht in Abhängigkeit Ihres Anliegens,
der anzuwendenden Methode und dem Zusammenspiel zwischen Ihnen und dem Behandler).
In diesen Sitzungen erproben Sie und Ihr Therapeut, ob Sie zusammen arbeiten
können. Stellen Sie übereinstimmend fest, dass dies offenbar erfolgversprechend
geschieht oder auch schon einzelne Erfolge erbracht hat, werden Sie beschließen,
den Therapieplan gemeinsam abzuarbeiten. In meiner Praxis erhalten Sie nach
der ersten oder zweiten Sitzung einen Therapievorschlag, aus dem Sie Vorgehensweise,
die voraussichtliche Therapiedauer, konkrete Erwartungen an Ihre Mitarbeit und
die Kosten so genau, wie zu diesem Zeitpunkt erfassbar, ersehen können.
Zwischenstopps zum Überprüfen des Stands der Dinge werden terminiert
und eingebaut. Die Sitzungsfrequenz, also wie viele Sitzungen pro Woche oder
pro Monat sinnvoll sind, ist vom Anliegen und der Therapieform abhängig
(siehe auch: nächster Punkt).
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8.
WIE LANGE DAUERT EINE THERAPIE?
Diese Frage ist schwierig, auf keinen Fall pauschal, zu beantworten. Das Anliegen,
die Therapieform, die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem Therapeuten
/ der Therapeutin sowie Ihr Ansprechen auf die Therapie sind die Hauptfaktoren,
die für die Dauer einer Psychotherapie (ich spreche hier ausschließlich von
ambulanten Therapien) verantwortlich sind. Bei Anliegen, denen mit einer Kurzzeit-Intervention
(Kriseninterventionen beispielsweise) begegnet werden kann, können bereits drei
bis sechs Sitzungen zum erfreulichen Erfolgen führen. Generell unterscheidet
man zwischen Kurzzeit-Therapien mit ca. 25 Sitzungen (während eines halben Jahres)
und Langzeit-Therapien, die ein bis zwei Jahre und länger dauern können. Diese
Kriterien sind allerdings auch, in vielen Fällen sogar hauptsächlich, von den
Erstattungsmodi der Krankenkassen geprägt und haben nicht immer etwas mit den
tatsächlichen Erfordernissen zu tun. Das ist bedauerlich und nicht förderlich
für den Erfolg von Therapie.
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9.
WELCHES SIND DIE WICHTIGSTEN FORMEN
VON PSYCHOTHERAPIE?
Insgesamt gibt es eine fast unübersehbare Vielzahl von Schulen, Methoden
und Verfahren, historisch relevante und aktuelle, Weiter- und Neuentwicklungen,
wissenschaftlich überprüfte Ansätze und natürlich auch nicht
wissenschaftlich überprüfte, wenn auch erprobte. Und in Deutschland
gibt es leider nur drei Richtungen, die von unseren Krankenkassen anerkannt
sind und in gewissem Rahmen bezahlt werden (aus der Diskussion darum und darüber
möchte ich mich heraushalten):
(1) Tiefenpsychologisch
fundierte Psychotherapie,
(2) Analytische Psychotherapie und
(3) Verhaltenstherapie, jeweils mit mehreren Spezialrichtungen
und –ausprägungen. Welche Therapie wann mit Aussicht auf Erfolg einzusetzen
ist, hängt von mehreren Faktoren ab, die aus den Kurzerläuterungen
nachfolgend teilweise schon hervorgehen. Leider sind unter den erfolgversprechenden
Methoden auch sehr viele derer, die vom Gesundheitssystem noch nicht anerkannt
sind. Zu Ihrer Orientierung folgt hier eine grobe Gliederung der Psychotherapie-
und Selbsterfahrungsmethoden - ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Psychoanalytische Methoden
(Langzeittherapien) und Tiefenpsychologisch fundierte (mittelfristige)
Methoden beschäftigen sich mit unbewussten Seelenwelten
und gehen meist bis auf Sigmund Freud und dann auf seine Schüler (Alfred
Adler und Carl Gustav Jung) und in der Folge auch auf andere zurück.
Wir finden hier Einzel- und Gruppentherapien, sowohl für Erwachsene als
auch für Kinder und Jugendliche und tiefenpsychologische Ansätze
in der Familientherapie (Horst-Eberhard Richter)
Verhaltenstherapeutische
Methoden beherbergen ein Spektrum von Therapieformen, bei denen es
hauptsächlich um das Erkennen und die Änderung von Verhaltensmustern
geht; in neuerer Zeit gibt es auch verhaltenstherapeutische Ansätze,
die nicht die Veränderung von Verhalten, sondern die Akzeptanz und Integration
schwieriger Lebensumstände (Krankheit zum Beispiel) zum Ziel haben und
als Zweig der Achtsamkeitstherapien eingeordnet werden. Sogenannte operante
Verhaltenstherapeutische Verfahren haben eine Verhaltensmodifikation und die
Kontrolle der Verhaltenskonsequenzen zum Ziel; Konfrontations- und Bewältigungsverfahren
verhelfen zur Kontrolle der Reaktionen auf äußere Einflüsse
(Stimulus-Kontrolle), Kognitive Ansätze und Bewältigungstraining
beschäftigen sich mit Ärger, Stress, Angst, Schmerz und Schwierigkeiten
in der Problemlösung. Auch das Training verschiedener sozialer Kompetenzen
geschieht oft mit verhaltenstherapeutischen Methoden.
Humanistisch-existenzielle
Methoden: Die humanistische Psychologie versteht sich als dritte
Kraft (Achtung: die Krankenkassen zählen anders!) neben der Tiefen- und
Verhaltenspsychologie – sie betrachtet den Menschen als Ganzes. Hierunter
finden wir Existenzanalyse und Logotherapie (nach Victor Frankl und Nachfolgern),
die gestalttheoretische Psychotherapie, die Integrative Gestalttherapie, die
Gesprächspsychotherapie resp. Personenzentrierte Psychotherapie (nach
Carl Rogers), das Psychodrama (Moreno), Strukturbezogene Psychotherapie (Prof.
Dr. Gerd Rudolf) und einige andere.
Systemische Methoden,
z.B. die Lösungsfokussierte Therapie (nach Steve de Shazer, Insoo Kim
Berg) und verschiedene Familientherapien und Aufstellungsmethoden inkl. Organisations-
und Teamaufstellungen.
Körperorientierte
Methoden. Körpertherapien und Körperpsychotherapien behandeln
persönliche und mancherorts noch als neurotisch bezeichnete Probleme,
indem sie deren Bewältigung und Aufarbeitung durch die Behandlung des
Körpers einleiten. Hierunter zählen unter anderen: Festhaltetherapie,
Strukturelle Körpertherapie, verschiedene Atemtherapien, die Feldenkrais-Therapie.
Weitere Methoden,
die teilweise auch nichts mehr mit der Beseitigung von problematischen Anliegen,
sondern mit Wohlbefinden und / oder Stressprophylaxe zu tun haben oder therapieunterstützend
eingesetzt werden: Neuro-Linguistische Psychotherapie / Neurolinguistisches
Programmieren (NLP), Selbsterfahrungsgruppen mit unterschiedlichen
Zielrichtungen, Entspannungsmethoden (Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung
(nach Jacobson), verschiedene Formen des Yoga, Meditation
Sonstige und Komplementäre
Methoden: Musiktherapie, Tanztherapie, Spirituelle Psychotherapie,
Kunsttherapie, Reit-Therapie, andere tiergestützte Therapien.
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10.
FÜR WELCHE ANLIEGEN KANN PSYCHOTHERAPIE
GEEIGNET SEIN?
Zu diesem Thema schauen Sie am besten zunächst in das Hauptmenü, und
zwar in den Prolog zu „
MODERNE
PSCHOTHERAPIE“. Vielleicht ist hiermit Ihre Frage bereits beantwortet,
Orientierung liefert auch die Punkte 4 und 9. Der allgemeinen Psychotherapielehre,
die besagt, wie und bei welchen Anliegen welche Methode wirkt, werden zunehmend
störungsspezifische Überlegungen zur Seite gestellt, die ganz besonders
der Betrachtung der Eigenheiten und der Persönlichkeit des Patienten oder
Klienten und den sich daraus ergebenden Abweichungen von „Regeln“
Rechnung tragen. Das heißt im Klartext: man kann bei einem Anliegen unter
Berücksichtigung der Person des Klienten mit Recht und Erfolgserwartungen
sehr oft ganz unterschiedliche Methoden anwenden. Trotz intensiver Wirksamkeitsforschung
in der Psychotherapie sind noch längst nicht alle Fragen zur Wirksamkeit
beantwortet, ja, es gibt noch nicht einmal ein allgemeingültiges Kriterium
für „Wirksamkeit“! Methode und Wirksamkeit sind Begriffe, deren
Einschätzung von vielen Faktoren beeinflusst wird – schauen Sie bitte
auch auf den nächsten Punkt.
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11.
WAS DARF ICH VON PSYCHOTHERAPIE
ERWARTEN – UND WAS NICHT?
Fangen wir damit an, was Sie nicht von Psychotherapie erwarten sollten: Sie
ist kein „Konsumartikel“ und keine Einbahnstraße. Sie können
also NICHT Psychotherapie – egal, welche Methode – nur einfach an
sich heranlassen und denken, das sei genug. Bei jeder Therapiemethode kommt
es entscheidend auf Ihre aktive Mitarbeit an, die jedoch von Methode zu Methode
unterschiedlich definiert ist. Es ist für den Erfolg entscheidend, dass
Sie der Methode zustimmen, mit Ihrem Behandler / Ihrer Behandlerin ZUSAMMEN
arbeiten und in der Lage sind, Vertrauen in diese Zusammenarbeit zu entwickeln.
Dann sollten Sie nach einer Weile Erleichterung erfahren können. Vielleicht
wird Ihnen geraten werden, einige Verhaltensweisen zu modifizieren oder ein
während der Therapie eingeübtes neues Verhalten auch später beizubehalten.
Es kann auch sein, dass Ihrem Beschwerdebild eine persönliche Veranlagung
zugrunde liegt, die nicht oder nur sehr schwer veränderbar ist. Sie werden
dann in der Therapie lernen, wie Sie am besten mit dieser Veranlagung zurecht
kommen und was Sie prophylaktisch tun können, um Verschlimmerungen oder
Rückfälle abzufangen. Es soll Ihnen auf jeden Fall nach Therapieende
besser gehen. Sie können jedoch auf keinen Fall Garantien erwarten oder
gar verlangen ... ein seriöser Therapeut wird sie Ihnen nicht geben! Ihr
Behandler / Ihre Behandlerin wird ausführlich mit Ihnen besprechen, wie
Ihre realistischen Chancen auf eine nachhaltige Besserung aussehen und was man
ggf. an den Rahmenbedingungen verändern kann, um dieses Ziel zu erreichen
oder leichter zu erreichen. Eine Therapie ist gut, wenn sie zu klaren Verbesserungen
Ihres subjektiven und objektiven Befindens führt. Natürlich ist es
schön, wenn dies auch noch möglichst schnell geschieht, das kann aber
kein ausschlaggebendes Kriterium sein. Prüfen sie besser Ihr eigenes Gefühl
dahingehend, ob sich ein Fortschritt zeigt, ob Sie merken, dass Sie voran kommen.
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12.
KANN ICH MIR DIE FÜR MICH
GEEIGNETE THERAPIE AUSSUCHEN?
Die vorangegangenen Fragen lassen schon durchblicken, dass Sie in einem bestimmten
Umfang sogar Einfluss nehmen sollen, wenn es um die Auswahl der für Sie
und Ihr Anliegen geeigneten Therapieform geht. Im Orientierungsgespräch
und ggf. noch während der probatorischen Sitzungen werden Sie und Ihr Therapeut
herausfinden, ob in dieser Praxis geeignete Methoden zur Verfügung stehen
und welche zu Ihnen persönlich und zu Ihrem Anliegen passen. Vertrauen
Sie darauf, dass man Ihnen sagen wird, wenn Sie in einer anderen Praxis –
und in welcher Art von Praxis – ggf. besser betreut werden können.
Ihr Anteil an dieser Phase ist Offenheit, auch gegenüber Dingen, sie Sie
vielleicht nicht kennen. Sie sollten jedoch vor Beginn einer Intervention genau
erklärt bekommen, warum was unternommen wird. Fragen Sie nach, wenn Ihnen
etwas unklar ist oder unangenehm wird. Drücken Sie sich möglichst
deutlich aus, wenn Sie nach Ihrem Befinden gefragt werden. Das ist Ihr Part
bei der Auswahl des / der für Sie geeigneten Therapieverfahren.
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13.
WANN KANN ICH DIE THERAPIEFORM
ODER DEN THERAPEUTEN WECHSELN?
Sie können beides wechseln, selbstverständlich. Sie sollten dabei
folgende Überlegungen anstellen: Die Therapieform, der Sie sich unterziehen,
ist, davon gehe ich aus, sorgfältig erwogen und mit Ihnen besprochen worden,
deshalb haben Sie eingewilligt. Wenn Sie nun den Wunsch haben, die Therapie
zu wechseln, muss sich an den Ausgangsfakten etwas geändert haben: Besprechen
Sie dies mit Ihrem Therapeuten / mit Ihrer Therapeutin. Bedenken Sie bitte,
dass es während einer Therapie vorkommen kann, dass es eine schwierige
Phase gibt. Da kann schon einmal der Wunsch aufkommen, es nicht so schwer zu
haben. Besprechen Sie das gründlich und am besten umgehend, wenn ein solches
Gefühl in Ihnen aufkommt. Sie selbst und Ihr Therapeut haben viel Mühe
aufgewendet, eine Anamnese zu erstellen und ein Behandlungskonzept zu entwickeln
– das sollte es schon wert sein, gründlich zu überprüfen,
ob wirklich ein Therapiewechsel die richtige Lösung für das augenblickliche
Problem ist. Wenn dies jedoch wirklich der Fall ist – selbstverständlich
sollte dann nach einer besser akzeptierbaren Therapieform geschaut werden. Ähnlich
verhält es sich, wenn Sie den Wunsch nach einem Therapeutenwechsel verspüren.
Sie werden Ihre Gründe dafür haben. Sprechen Sie sie bitte offen an.
Normalerweise begrüßen es Therapeuten, wenn ihre Klienten ein gutes,
offenes Verhältnis zu ihnen haben und meist vereinbaren sie auch Signale
und Zeichen für den Fall, dass etwas nicht rund läuft, damit schnell
Klärung herbeigeführt und der Therapieprozess wieder unbelastet fortgeführt
werden kann. Ohne Zweifel gibt es jedoch auch Situationen, die durch irgendetwas
verfahren sind ... wenn es nach entsprechenden Bemühungen beiderseits nicht
gelingen kann, sie zu entwirren, müssen Sie sich neu orientieren. Wenn
Sie, was ich sehr hoffe, in einer solchen Situation friedlich auseinander gehen,
wird Ihnen Ihr Therapeut auch bei der Neuorientierung helfen. Sie haben ja während
der ersten Sitzungen beiderseits die Möglichkeit eingebaut, frei zu entscheiden,
ob Sie die Zusammenarbeit fortsetzen möchten oder nicht. Es wird auch jetzt
klares Ziel sein, dass Sie eine Lösung für Ihre nicht zufriedenstellende
Befindlichkeit herbeiführen können.
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14.
WORAUF SOLLTE ICH BEIM ERSTGESPRÄCH
IN EINER PSYCHOTHERAPEUTISCHEN PRAXIS ACHTEN?
Das Erstgespräch dient dem persönlichen Kennenlernen zwischen Ihnen
und dem Therapeuten / Behandler. Das gilt natürlich für beide Seiten
und so sollten Sie das auch angehen. Beschreiben Sie so genau, wie es Ihnen
möglich ist, warum Sie die Praxis aufsuchten. Fragen Sie, was Sie fragen
möchten: Nach der Motivation des Therapeuten, therapeutisch zu arbeiten,
zum Beispiel, thematische oder organisatorische Fragen (zum Beispiel auch zur
Abrechnung), Fragen zu den in dieser Praxis angewendeten Therapien. Und fragen
Sie sich selbst: fühlen Sie sich in dieser Praxis sicher und aufgehoben?
Können sie sich vorstellen zum Therapeuten / zur Therapeutin Vertrauen
zu fassen und sich auf den noch zu erarbeitenden Therapieplan einzulassen? Der
Therapeut wird sich sinngemäß die gleichen Fragen stellen: Ob er/sie
sich vorstellen kann, mit Ihnen zu arbeiten? Ob er sich zutraut, Ihnen eine
hilfreiche Therapie geben zu können und ob er Ihnen die notwendige Mitarbeit
zutraut? Sie werden eine Vielzahl von Fragen beantworten und auch frei erzählen,
damit der Therapeut Sie immer besser kennenlernt und die für Anamnese und
Therapie notwendigen Informationen erhält. Haben Sie den Eindruck, der
Therapeut nimmt sich ausreichend Zeit für Sie und widmet sich ihnen ganz?
Können die Sitzungstermine so gelegt werden, dass es für Sie machbar
ist? Können Sie andererseits sicherstellen, regelmäßig und pünktlich
zu den Sitzungen zu kommen? Sie haben genau das gleiche Interesse, alle Fragen
beantwortet zu bekommen, wie Ihr Therapeut, denn Sie möchten beide eine
wirksame, erfolgreiche Therapie beginnen, in deren Vorfeld Klarheit herrschen
sollte.
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15.
WER ALLES BIETET PSYCHOTHERAPIE
AN? WIE SIND DIE UNTERSCHEIDUNGEN?
Es gibt vier Berufe, die – wenn auch mit unterschiedlichen Ausprägungen
und Befugnissen - Psychotherapie anbieten dürfen:
den Neurologen; Facharzt, zuständig
für die organische Behandlung des Nervensystems (Klinik oder Praxis)
den Psychiater; Facharzt, zuständig
für die medikamentöse Behandlung psychischer Erkrankungen (Klinik
oder Praxis)
den psychologischen Psychotherapeuten;
Diplomierter Psychologe mit therapeutischer Zusatzausbildung, zuständig
für die nicht-medikamentöse Therapie von psychischen Störungen
(Klinik oder Praxis)
den Heilpraktiker Psychotherapie;
so gut wie nie als Erstberuf anzutreffen, diese Menschen haben oft eine ganz
persönliche Motivation, sich irgendwann im Lauf ihres Lebens für
diesen Beruf zu entscheiden und die erforderlichen Schritte zu unternehmen;
sie arbeiten meist mit sehr hohem Verantwortungsbewusstsein, dürfen sich
jedoch nicht Psychotherapeuten nennen, obwohl sie psychotherapeutisch arbeiten
(das allerdings dürfen sie nur, wenn es amtlich erlaubt ist! Sie können
Ihren Behandler ggf. danach fragen!). Erfahrungsgemäß bieten sie
eine Vielfalt an interessanten therapeutischen Interventionsmöglichkeiten
(Praxis)
Schauen Sie in Ihr Telefonbuch oder in Brancheninformationen Ihrer Region
oder gleich ins Internet. Unter den entsprechenden Rubriken dort finden Sie
Zusammenstellungen von Ärzten und Therapeuten aller Couleur. Manche Gesundheitsämter
geben über Therapeuten Auskunft (nicht alle!). Krankenkassen haben für
Sie nicht sehr informative, jedoch meist (wenn kürzlich aktualisiert)
vollständige Listen von Ärzten und Therapeuten, die über sie
abrechnen – das sind, wie Sie wissen, aber nicht alle! Sie können
auch einmal im Bekanntenkreis herum hören: Manchmal (nicht immer!) ist
die Erfahrung / Empfehlung von jemandem, der schon in einem bestimmten Wartezimmer
gesessen hat, Gold wert.
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16.
WELCHE ANDEREN STELLEN GIBT ES,
BEI DENEN ICH MIR RAT HOLEN KANN?
Diakonie und Caritas sind gute Anlaufstellen, um Hilfe in ganz verschiedenen
Bereichen – auch für Familien - anzubahnen und zu erhalten, oft auch,
was Therapie anbelangt. In Branchenbücher oder gleich im Internet finden
Sie auch lokale Arbeitsgruppen, die sich mit ordnend mit Ihrem Anliegen beschäftigen
können; wenn Sie schon in Therapie waren, sind vielleicht Selbsthilfegruppen
für die verschiedensten Anliegen gut für Sie. Wenn Sie gar nicht weiterkommen,
rufen Sie Ihre Stadtverwaltung an – mit etwas Geduld ausgestattet, können
Sie auch auf diesem Weg zu hilfreichen Informationen kommen.
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17.
WANN IST DER RICHTIGE ZEITPUNKT,
SICH UM THERAPIE ZU KÜMMERN?
Die Literatur sagt, es dauere durchschnittlich sechs bis acht Jahre, bis ein
Mensch, der psychotherapeutische Behandlung bräuchte, sie auch erhält. Oder
sie sich endlich holt. Die gleiche Quelle sagt jedoch auch, dass die latente
Therapiemotivation überraschend hoch ist – die Diskrepanz zwischen Motivation
und Umsetzung könne nur in mangelnder Aufklärung und Information liegen. Dem
wollen wir hier natürlich entgegen handeln! Grundsätzlich ist es weniger strapazierend
für den Betroffenen, wenn er / sie möglichst früh, nachdem sich Vorboten oder
Zeichen gezeigt haben, in professionelle Hände begibt. Bitte sehen Sie hierzu
auf jeden Fall Punkt 4 (
WORAN MERKE ICH,
DASS ICH, DASS ICH MIR HILFE HOLEN SOLLTE). Wenn Sie früh mit einer
Behandlung beginnen, ist Ihre Chance groß, dass sich noch keine oder nur wenige
Gewohnheiten verfestigt haben, die mit Ihrer Befindlichkeit zusammen hängen.
Sie haben die Chance, dass sich in Ihrem Umfeld noch keine Anpassungen manifestiert
haben, deren Beseitigung resp. Rückführung nach einem längeren Zeitraum schwieriger
wäre. Und es ist so gut wie sicher, dass Sie auch kürzere und / oder weniger
einschneidende Therapien durchleben müssten. Bitte achten Sie auf sich, beobachten
Sie auch kleinste Veränderungen darauf, ob sie Sie einschränken oder ob Sie
darunter zu leiden beginnen! Seien Sie achtsam! Wenn Sie nicht weiter kommen,
vereinbaren Sie ein Orientierungsgespräch mit einem Therapeuten Ihres Vertrauens,
schon das kann der - wenigstens vorläufigen – Klärung dienen.
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18.
KANN ICH SELBST ANGEHÖRIGEN
ODER FREUNDEN EMPFEHLEN, SICH IN THERAPEUTISCHE OBHUT ZU BEGEBEN?
Dies ist ein wirklich heikler Punkt. Natürlich gibt es ganz offensichtliche
Befindlichkeiten, bei denen sich niemand unangenehm berührt fühlen
würde, wenn einem die Inanspruchnahme von Psychotherapie angeraten wird:
Nach Unfällen oder anderen traumatischen Ereignissen, von denen jemand
direkt betroffen ist. Oft – meistens eigentlich – ist es aber so,
dass sich Befindlichkeiten und Zustände einschleichen und die Betroffenen
selbst erst ganz spät, wenn überhaupt, Hilfe erfragen. Angehörige
sehen das schon früher, je weiter entfernt sie sind, um so eher können
sie begreifen, was vor sich geht. Nahe Angehörige, die auch noch mit dem
Betroffenen zusammen leben, entwickeln oft die Tendenz, die Entwicklung nach
außen wie innen zu kaschieren, in bestimmten Fällen nennt man das
Ko-Abhängigkeit. Aber auch in weniger drastischen Zusammenhängen ist
es richtig, wenn auch nicht einfach, den vermeintlich Betroffenen darauf anzusprechen
und anzuregen, über Therapie nachzudenken. Der Initiator geht das Risiko
einer groben Abfuhr ein! Wenn Ihnen an der Person, um die es geht, jedoch etwas
liegt und Sie glauben, das Risiko eingehen und ertragen zu können: Suchen
Sie behutsam das Gespräch – oder bitten sie eine Person Ihres Vertrauens
um Unterstützung. Nur im akuten Notfall kann man jemanden gegen seinen
Willen in therapeutische Obhut bringen. Deshalb ist es so wichtig, das Einverständnis
für den ersten Schritt zu erreichen – zu einer Beratungsstelle, in
eine Klinik oder in eine Praxis. Oder zu Ihrem Hausarzt, er kann vielleicht
den ersten Schritt dazu einleiten.
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19.
KANN ICH SELBST ERKENNEN, OB MEIN
KIND EINE PSYCHOTHERAPEUTISCHE BEHANDLUNG BENÖTIGT?
Das beste, das Sie tun können: seien Sie liebevoll, aufmerksam –
und: respektvoll Ihrem Kind gegenüber. Als Eltern wissen Sie, dass Kinder
sich durchaus nicht immer so verhalten, wie es wünschenswert wäre.
Diese Abweichungen vom Wünschenswerten sind in jeder Lebensphase andere,
aber – um dieses Wort doch einmal zu gebrauchen – normal. Eltern
entwickeln meist auch ein Gespür für Veränderungen – z.B.
Verstärkung oder Abnahme bisher bekannter Gewohnheiten – und werden
ihr Kind beobachten und ihre Beobachtungen mit dem Kind altersgemäß
besprechen bzw. sich Rat holen bei Personen ihres Vertrauens. Die Anstrengungen
allein des Heranwachsens sind beträchtlich und fordern manche Kinder bis
an ihre Grenzen; die Verarbeitung der vielen neuen Eindrücke und sie direkt
oder indirekt bertreffender Ereignisse in ihrem Umfeld kann sie leicht überbeanspruchen.
Die Reaktionen können höchst unterschiedlich ausfallen und müssen
beileibe nicht in offensichtlichem Zusammenhang mit der Ursache stehen –
dann werden sie oft nicht verstanden und dem Kind als Vorwurf angeheftet. Oft
können Eltern solchen Überforderungen gut vorbeugen oder sie doch
wenigstens auffangen. Manchmal aber nicht. Und es ist nicht leicht, die Erkenntnis
zuzulassen, dass das eigene Kind die Symptome einer Überforderung auslebt.
Vielleicht ist eine solche Erkenntnis mit Schuldgefühlen der Eltern verbunden,
„ich habe bei der Erziehung meines Kindes Fehler gemacht, versagt, bin
selber überfordert ...“ - das sind Gedanken, die sich aufdrängen
können, die sogar manchmal zutreffen. Wenn es so sein oder ähnlich
sein sollte, ist Handlung angesagt!! Es geht hier keinesfalls um Schuld- oder
sonstige Zuweisungen, weder gegen Sie als Erziehungsberechtigtem noch gegen
andere Personen, mit denen Ihr Kind in Schule und Freizeit zu tun hat. Wenn
Ihr Kind - und Sie mit ihm - leidet, müssen Sie für Abhilfe sorgen.
Seien sie aufmerksam und lassen sie Ihre Intuition und Ihr Herz sprechen. Ich
lasse hier eine Aufzählung (Auswahl, kein Anspruch auf Vollständigkeit!)
von kühl und kurz formulierten Anlässen folgen, die, wenn Sie auch
nur erste Anzeichen davon bemerken, sorgfältig beobachtet und fachlich
diagnostiziert und behandelt werden müssen.
| |
| |
Im Säuglingsalter:
Starkes Schreien, Schlafstörungen und Probleme beim Füttern
(z.B. zu wenig Nahrung oder Bevorzugung der „falschen“
Nahrungsmittel) |
| |
im Vorschul- und Schulalter:
Aufmerksamkeitsprobleme und hyperkinetisches Verhalten (übermäßiger
Bewegungsdrang) |
| |
Einnässen und
Einkoten (nach dem Sauberwerden!) |
| |
Entwicklungsstörungen
schulischer Fertigkeiten (z.B. beim Rechnen oder Lesen / Schreiben) |
| |
Ein- und Durchschlafstörungen
|
| |
Verweigerndes, oppositionelles
Verhalten |
|
| |
Aggressives Verhalten
– selbst bei marginalem oder vermeintlich fehlendem Anlass,
Lügen, Stehlen, Weglaufen |
| |
Spezifische Ängste,
starke Stimmungsschwankungen oder Niedergeschlagenheit, Rückzug
in die innere Welt |
| |
Somatoforme Erscheinungsbilder
(körperliche Beschwerden oder Veränderungen, für
die es keine nachweisbaren körperlichen Ursachen gibt; z.B.
Schmerzen oder Bewegungs-störungen) |
| |
Sprachstörungen,
z.B. Stottern |
| |
Kontakt- und Beziehungsstörungen |
| |
selbstverletzendes
Verhalten |
|
| |
Chronische körperliche
Erkrankungen wie Asthma, Diabetes, Neurodermitis – hieran
sind sehr häufig auch seelische Faktoren beteiligt |
| |
Essstörungen wie
Magersucht, Bulimie (Ess-Brechsucht), Adipositas (Übergewicht,
BMI deutlich über 25) |
| |
Zwangsstörungen
(unwillkürliche Gedanken oder Handlungen), Tics (unwillkürliche
Muskelzuckungen) |
| |
Intensive Beschäftigung
mit dem Gedanken an den Tod, Suizidales Verhalten |
| |
Suchtverhalten (Nikotin,
Alkohol, andere Drogen, aber auch substanz-unabhängig, z.B.
Computerspiele); nicht selten treten mehrere Bilder gleichzeitig
auf |
|
|
| |
Diese Aufstellung repräsentiert wie die Spitze eines Eisberges die als
schwerwiegend einzustufenden Auffälligkeiten im Kindes – und Jugendalter,
für die (auch) psychotherapeutische Behandlung sinnvoll ist. Bitte wenden
Sie sich an eine Beratungsstelle, an Ihren Arzt oder Kinderarzt oder an einen
spezialisierten Therapeuten (siehe auch nächste Frage), wenn Sie auch
nur erste Anzeichen feststellen. Sollten Sie nicht weiterkommen: Rufen Sie
mich an, wir finden einen Weg.
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20.
GIBT ES FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
ANDERE PSYCHOTHERAPEUTEN ALS FÜR ERWACHSENE?
Ja, die gibt es! Die therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stellt
andere und besondere Anforderungen, worauf diese Therapeuten eingestellt sind.
Sie finden sie zum Beispiel über Ihren Kinderarzt, über die Kassenärztliche
Vereinigung, über Ihre Krankenkasse und im örtlichen Telefonbuch resp.
im Internet. Sie können aber auch Beratungsstellen vor Ort kontaktieren
(beispielsweise über den Kindernotdienst, Suchtberatungsstellen oder die
Erziehungsberatung); auch stationäre und ambulante Einrichtungen der Kinder-
und Jugendpsychiatrie, in den Abteilungen für Psychotherapie und Psychosomatik
der Kinderkrankenhäuser und bei Einrichtungen der Jugendhilfe (z.B. therapeutische
Wohngemeinschaften für Jugendliche und Einrichtungen der beruflichen Förderung)
sollten Ihnen helfen können, einen Therapeuten / eine Therapeutin zu finden,
die sich Ihres Kindes annehmen und Sie unterstützen. Niedergelassene Kinder-
und Jugend-Psychotherapeuten arbeiten meist eng mit den o.g. Institutionen zusammen;
das gemeinsame und vornehmliche Ziel ist die
Prophylaxe. Deshalb
ist es so wichtig, dass Sie in gutem Kontakt mit Ihrem Kind bleiben, auch wenn
in manchen Phasen der Entwicklung die Distanz etwas größer wird –
und werden muss! Es wird in der Regel so sein, dass parallel zur Behandlung
Ihres Kindes auch intensive Gespräche mit Ihnen, den Eltern, und ggf. auch
mit den Erziehern und Lehrern geführt werden. Sollen Sie als Eltern gleichfalls
Belastungen, Konflikten und Schwierigkeiten in Familie und Beruf ausgesetzt
sein, sollten auch Sie Unterstützung finden für den Umgang mit Ihrem
Kind. Die Kosten für Kinder- und Jugendpsychotherapie übernehmen die
gesetzlichen Krankenkassen – auf Antrag und bei entsprechender Indikationsstellung.
Erkundigen Sie sich bitte dort genau! Auch bei Beihilfestellen sollten Sie sich
nach den Bedingungen für eine anteilige Übernahme der Kosten erkundigen.
Je nach Vertragsgestaltung übernehmen Privatversicherungen ebenfalls die
Kosten ... überprüfen Sie Ihre Bedingungen ruhig einmal – rein
prophylaktisch!
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21.
WIE SIEHT ES AUS MIT VERTRAULICHKEIT,
VERSCHWIEGENHEIT, ANONYMITÄT?
Diese Frage ist mehr als berechtigt, aber ich denke, Sie können beruhigt
sein. Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeuten
unterliegen (neben anderen Berufsgruppen) nach § 53 StGb der strafrechtlichen
Schweigepflicht, Heilpraktiker unterliegen der zivilrechtlichen Schweigepflicht
darüber, was uns in der Ausübung unseres Berufes anvertraut wurde
oder bekannt geworden ist. Der hohe ethische Anspruch unseres Berufsstandes
(Berufsordnung für Heilpraktiker, BOH) gebietet uns darüber hinaus
ein peinlich genaues Beachten der Verschwiegenheit. Auch öffentliche Stellen
oder Kassen und Versicherungen unterliegen zumindest der Schweigepflicht nach
BGB. Hier und da gibt es Berichte über „Lücken“ –
dies sind jedoch wenige traurige Ausnahmen. Wenn Sie 99,9 prozentige Sicherheit
(100% gibt es leider nirgends!) suchen, müssen Sie einen Behandler Ihres
Vertrauens finden und dort Selbstzahler sein; dann werden Ihre Daten zumindest
nicht bei öffentlichen Stellen gespeichert. Allein Geistliche dürfen
über ihnen anvertraute Zusammenhänge hier auf Erden vor jedem Frager
schweigen.
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22.
ICH NEHME NUR SEHR UNGERN MEDIKAMENTE
EIN; KANN ES SEIN, DASS ICH PSYCHOPHARMAKA NEHMEN MUSS?
Ehrlich gesagt, haben Sie meine volle persönliche Sympathie, wenn Sie ungern
Medikamente einnehmen. Es wird immer wieder berichtet, dass Ärzte zu schnell
und / oder zu viel Medikamente verschreiben. Es geht halt im Augenblick in der
Tat schneller ... ABER: ich möchte hier nicht gegen jegliche Medikation
wettern! Das wäre auch wieder übertrieben. Es gibt durchaus Konstellationen,
in denen die richtige Medikation erleichternd wirkt oder den Betroffenen erst
einmal eine Befindlichkeit erreichen lässt, in der er in der Lage ist,
psychotherapeutische Interventionen zu akzeptieren und dabei aktiv mitzuarbeiten.
Die Antwort auf die Frage lautet also klar JA! Jedoch bitte mit der Zielsetzung,
alles zu veranlassen und zeitnah immer wieder zu prüfen, ob und wann die
Medikation kontrolliert reduziert oder gar abgesetzt werden kann und ob und
ab wann eine psychotherapeutische Betreuung allein ausreicht. Achten Sie eigeninitiativ
darauf, wenn Ihnen Psychopharmaka verschrieben werden! Seien Sie – Stichwort
eigeninitiativ – aber auch höchst vorsichtig, wenn Sie die Idee haben
sollten, Ihre Medikamente ohne Rücksprache mit dem Verschreiber abzusetzen.
Bringen Sie Ihren Wunsch, es ohne Medikamente versuchen zu wollen, bei Ihrem
nächsten Besuch deutlich vor und besprechen Sie die Möglichkeiten.
Entspricht das Ergebnis nicht Ihren Vorstellungen, holen sie eine zweite Meinung
ein! Es ist Ihr Körper, aber es ist nicht Ihr Fachgebiet, um das es hier
geht, bitte bedenken sie das.
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23.
IST SELBSTMEDIKATION MIT NATURHEILMITTELN
SINNVOLL?
Bitte lesen Sie zunächst Punkt 3 – falls Sie das noch nicht getan
haben! (
WIE WEIT KANN ICH MIR EIGENTLICH
SELBST HELFEN?) Dort steht sinngemäß: Alles, was positiv wirkt,
kann auch negative Wirkungen haben. Es ist also nicht so, dass „rezeptfrei“
oder „biologisch aus meinem Garten“ gleichbedeutend ist mit „keine
Nebenwirkungen“. Das ist der eine Punkt. Der andere – hier vielleicht
sogar wichtigere – ist der: Sie können mit Selbstversuchen viel Zeit
verbrauchen. Nicht immer hilft die Selbstmedikation ja überhaupt. Wenn
Sie also wirklich ein behandlungsbedürftiges Leiden haben, verlieren Sie
möglicherweise wertvolle Behandlungszeit. Sehen Sie hierzu auch Punkt 17
(
WANN IST DER RICHTIGE ZEITPUNKT, UM SICH,
UM SICH UM THERAPIE ZU KÜMMERN?) Die Antwort auf die Frage ist also
ein nur bedingtes JA! Seien Sie mit einer Selbstmedikation behutsam und vorsichtig
und beobachten Sie sich genau. Auch kann die Inanspruchnahme eines Orientierungsgespräches
bei einem Therapeuten oder Behandler Klärung bringen – versuchen
Sie es, ehe Sie Selbstversuche zu lange durchführen und eine Chronifizierung
riskieren.
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24.
KRITERIEN FÜR AMBULANTE THERAPIE
Zur ambulanten Therapie suchen Sie eigeninitiativ oder auf Anraten eines anderen
Behandlers die Praxis eines Therapeuten auf - für eine bestimmte Zeit und
zu regelmäßig stattfindenden Terminen. Sie können sich trotz
psychischer und / oder körperlicher Symptomatik während dieser Therapie
selbst versorgen und oft auch Ihrem Beruf weiterhin nachgehen. Sie können
alle Alltagstätigkeiten erledigen und benötigen keine zusätzliche
Hilfe dabei. In einer solchen Situation können Sie davon ausgehen, dass
eine ambulante Therapie für Sie möglich ist.
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25.
KRITERIEN FÜR STATIONÄRE
THERAPIE
In einem Gespräch mit Ihrem Arzt oder Therapeuten wird geklärt, ob
eine stationäre Einweisung richtig für Sie ist. Eine stationäre
Betreuung wird erwogen, wenn Ihre psychische Befindlichkeit nur im geschützten
Rahmen einer stationären Aufnahme sinnvoll und erfolgversprechend behandelt
werden kann; wenn Sie so beeinträchtigt sind, dass Sie sich nicht selbst
versorgen können; wenn die Gefahr besteht, dass Sie sich selbst oder andere
schädigen; wenn Sie im geschützten stationären Rahmen auf eine
spätere ambulante Therapie vorbereitet werden können; wenn durch Ihre
Befindlichkeit Ihre familiäre Situation oder Ihr soziales Umfeld mehr als
zumutbar belastet werden würde. Dies sind die Hauptgründe für
eine Stationäre Therapie. Wenn Sie sich in einer solchen Situation befinden,
ist es wahrscheinlich richtig, der stationären Behandlung zuzustimmen.
Vielleicht wissen Sie, dass man Sie, wenn Ihre Situation als für Sie selbst
oder andere gefährdend eingestuft wird, auch gegen Ihren Willen in stationäre
Betreuung bringen kann und das ggf. auch tun würde. Andererseits gibt Menschen,
die sich von sich aus und freiwillig in eine schützende Umgebung begeben,
vielleicht weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass ihnen dies in einer überschaubaren
Zeit den gewünschten Erfolg bringen kann.
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26.
WAS KOSTET PSYCHOTHERAPIE? WIE
SIEHT ES MIT ZUZAHLUNGEN AUS?
Leider ist es so, dass gesetzliche Krankenkassen die Leistungen der Heilpraktiker
Psychotherapie gewöhnlich nicht bezahlen! Sollte Ihnen das Gegenteil –
auch als Ausnahme – bekannt werden, wäre ich über eine Mitteilung
sehr dankbar. Es gibt eine Gebührenordnung für Psychotherapie, in
der man, wenn man möchte, eine Grundlage für meine Honorarberechnung
finden kann. Allerdings berechne ich nicht jede einzelne Handlung mit einem
anderen Satz, sondern es gibt ein Honorar pro Stunde (bei mir hat die Stunde
dann auch tatsächlich 60 Minuten!), über das ich mich mit Ihnen im
Orientierungsgespräch einige. Wie ich andernorts auf dieser Website schon
gesagt habe:
Bitte seien Sie offen und ehrlich zu mir, wenn Sie zwar gern
zur Therapie zu mir kommen würden, jedoch augenblicklich Schwierigkeiten
mit der Rechnung haben; meist lässt sich eine Möglichkeit finden,
die Sie etwas entlastet. Mein Honorar liegt, wie ich festgestellt habe,
im Mittelfeld dessen, was üblicherweise Selbstzahlern berechnet wird. Auch
wenn Sie zu einem Behandler mit Kassenzulassung gehen, sollten Sie dies zuvor
sicherheitshalber mit Ihrer Krankenkassen - und auch, wenn Sie privat versichert
sind, mit Ihrer Versicherung – klären, indem Sie einen entsprechenden
Antrag stellen, damit Sie unangenehme Überraschungen vermeiden. Wenn Ihr
Antrag genehmigt ist, können Sie fünf bis acht sogenannte probatorische
Sitzungen in Anspruch nehmen (fünf bei Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch
fundierter Therapie, acht bei Psychoanalytischen Sitzungen). Der Streit mit
den Kassen geht manchmal darum, ob Sie fünf Therapeuten mit jeweils dieser
Anzahl probatorischer Sitzungen probieren dürfen (niemand kann von Ihnen
verlangen, dass Sie sich gleich beim ersten Versuch wohl fühlen und bei
diesem Therapeuten dann bleiben!) oder ob in der Anzahl der genehmigten probatorischen
Sitzungen auch schon Ihre Therapeutensuche eingeschlossen sein muss. Bitte klären
Sie auch das (vor Beginn der Therapie). Private Versicherungen unterscheiden
manchmal nicht zwischen probatorischen Sitzungen und bereits regulären
Sitzungen und ziehen die in Anspruch genommenen Sitzungen gleich von der ersten
an vom vereinbarten Jahreskontingent ab. Die Zahl der bezahlten Therapiestunden
pro Jahr schwankt – üblich sind zwischen 20 und 30, das kann jedoch
auch anders sein. Bitte checken Sie auch das! Viele Therapiepläne können
mit dieser relativ geringen Sitzungszahl nicht ordnungsgemäß durchgeführt
werden. Es kann also sehr gut sein, dass Sie, auch wenn Sie „bis an die
Zähne“ versichert sind, noch selbst einen Teil der Therapiekosten
übernehmen müssen, wenn Sie sie bis in den optimalen Bereich weiterführen
möchten. Zum Thema Zuzahlungen: In der Überschrift steht absichtlich
nicht, in welcher Richtung Zuzahlung gemeint ist. Es gibt zwei Möglichkeiten:
Wenn Sie aufgefordert werden, eine Zuzahlung zu einer von der Kasse bezahlten
Therapie zu leisten, also das Honorar des Behandlers schlicht gesagt aufstocken
sollen, so würde es sich definitiv um eine nicht rechtmäßige,
illegale Zuzahlung handelt. Bei Zuzahlungen, die Sie erhalten könnten,
zum Beispiel von Versicherungen, die Sie abgeschlossen haben, kann das anders
sein: Dann hätten Sie einen bestimmten Tarif über einen bestimmten
Prozentsatz des Honorars abgeschlossen und müssen den Rest selbst tragen.
Das könnte in Ordnung sein, sicherheitshalber sollten Sie das jedoch ebenfalls
vor Entstehen der Kosten prüfen.
Leider ist dieser Paragraph ziemlich lang geworden – und großenteils
mit Informationen, die mit meiner Praxis nicht viel zu tun haben. Aber ich denke,
es ist völlig in Ordnung, wenn ich Informationen gebe, die Sie vielleicht
woanders verwenden können.
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27.
HABEN SELBSTZAHLER WIRKLICH VORTEILE?
Selbstzahler haben zunächst einmal einen Nachteil: Sie sind vollständig
selbst für den Ausgleich Ihrer Rechnung verantwortlich. Das mag manchmal
nicht einfach sein, ist aber schon der einzige Nachteil. Alle Fußangeln
und anderen Schwierigkeiten, die in der vorangegangen Frage erläutert wurden,
fallen hier weg. Wie oben auch erläutert, gibt es Versicherungs-Konstellationen,
die Zuschüsse leisten oder die Kosten in einem bestimmten Umfang ganz übernehmen.
Ein anderer Punkt: Manche Klienten legen Wert auf vollständige Anonymität,
sie möchten nicht, dass mit dem Rechnungsausgleich durch Dritte (z.B. die
Krankenkasse) eine Inanspruchnahme von Psychotherapie registriert wird. Dies
gelingt natürlich am sichersten, wenn die Kosten selbst getragen werden.
Ein sehr großer Vorteil für Selbstzahler ist fallweise weiterhin,
dass sie eine große Therapievielfalt wahrnehmen können - ohne Wenn
und Aber. Viele Therapien, die von den Kassen noch nicht anerkannt sind, haben
den besten Leumund und eine hervorragende Erfolgsgeschichte. Es kann passieren,
dass Ihr Behandlungsbedarf durch Ihre Kasse voll anerkannt ist, Sie mit anderen
als den weiterberechenbaren Methoden allerdings viel mehr oder schneller Erfolg
haben könnten; was würden Sie tun? Ich wünsche Ihnen, dass Sie
immer zu Ihrem Wohl entscheiden.
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28.
WAS KANN ICH TUN? MEIN KONTINGENT
AN THERAPIESTUNDEN IST AUSGESCHÖPFT
Wenn Sie Mitglied einer gesetzlichen Versicherung sind und die in Frage 26 behandelten
Checkpoints alle bewältigt haben, das heißt, Ihre Kasse zahlt, wenn
auch „nur“ ein bestimmtes Kontingent an Sitzungen: Die Alternative
zum „selber zahlen“ könnte ein Versuch sein, die Therapie bis
in das folgende Jahr zu ziehen und das nächste Kontingent anzuzapfen. Manchmal
kann das klappen, wenn z. B. der erste Teil Ihrer Therapie im zweiten Halbjahr
stattfand. Manchmal – in Ausnahmefällen – hilft es aber auch,
nachdrücklich mit der Krankenkasse oder Versicherung zu sprechen und ggf.
Atteste oder entsprechende Bescheinigungen einzureichen. Viel mehr können
Sie leider nicht tun. Wenn Sie jedoch eine bis dahin erfolgreiche Therapie erlebt
haben, wenn Sie schon Erleichterung erfahren haben, dann sollten Se nicht kurz
vor dem Ziel aufgeben: Es ist Ihre Gesundheit und Sie investieren in Ihr Leben
und Ihre Lebensqualität. Dies sollten Sie sich plastisch vor Augen führen.
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29.
KANN PSYCHOTHERAPIE AUCH SCHADEN?
Wir haben es weiter oben bereits im Zusammenhang mit (Selbst-) Medikation gesagt:
Alles, was im gewünschten Sinn Wirkung zeigt, kann auch in einer nicht
beabsichtigten Richtung wirken. Oft ist nur die Dosis ausschlaggebend. Bei der
Psychotherapie ist es manchmal wie mit Medikamenten: Man geht aufgrund von Wissen
und entsprechender Erfahrung davon aus, dass eine bestimmte Behandlungsmethode
für einen bestimmten Patienten / Klienten in seiner besonderen aktuellen
Situation richtig ist. Und es stellt sich überraschenderweise kein Erfolg
ein. Das kann passieren. Deshalb ist es so wichtig, engen Kontakt zwischen Behandler
und Klienten zu halten und sich sehr zeitnah über Befindlichkeiten auszutauschen.
Geschieht das, hat man im Fall einer Verschlechterung die Chance, einzugreifen.
Geschieht das nicht, kann es durchaus sein, dass sich der Klient schlechter
oder weniger funktionsfähig fühlt als vor der Behandlung. Es kann
auch sein, dass sich eine psychische Verbesserung einstellt, jedoch eine somatische
Verschlechterung zu verzeichnen ist. Es sollte auch registriert werden, wenn
nach einer angemessenen Zeit keine, nur geringfügige oder entgegen der
Erwartung nur kurzzeitige Verbesserung eintritt. Es gibt daneben auch Kriterien,
die eine rein psychotherapeutische Behandlung als nicht zweckmäßig
erscheinen lassen: Bei schweren Depressionen und schweren Psychosen ist es sinnvoll,
zunächst eine medikamentöse, ggf. stationäre, Behandlung einzuleiten.
Einige Ausschlusskriterien stehen im Zusammenhang mit Verfahren der Psychotherapie,
der Anwender entsprechender Therapien wird dies im Einzelfall mit Ihnen klären.
Jeder gewissenhafte Behandler wird sich selbst auch prüfen unter der Fragestellung,
ob er sich einem „Fall“ gewachsen fühlt, ob er / sie sich zutraut,
hier zu intervenieren. Diese Prüfung sollte auch die Überlegung einschließen,
ob vielleicht eine Methode, die er / sie nicht beherrscht – und also nicht
anwenden kann – dem Patienten / Klienten besser oder sicherer helfen könnte.
Liegt ein solcher Umstand vor, MUSS er angesprochen und Abhilfe geschaffen werden.
Viele dieser Punkte können Sie als Patient / Klient selbst nicht oder nicht
ausreichend einschätzen. Deshalb ist es so wichtig, Ihre Befindlichkeit
und deren Veränderungen zu beobachten, sie zu registrieren und darüber
zu sprechen!
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30.
AUSBLICK: WAS IST FÜR DIE
ZUKUNFT ZU WÜNSCHEN?
Es wäre es sehr wünschenswert, wenn das Gesundheitswesen den Weg zur
Therapievielfalt weiterhin öffnen würde. Und es wäre äußerst
lobenswert, wenn dem Bedarf an Behandlungsmöglichkeiten (auch im wahrsten
Sinn des Wortes) Rechnung getragen würde: der Flaschenhals der Kassenzulassung
muss gelockert werden. Es sind auch andere Möglichkeiten und Modalitäten
möglich und erprobt (siehe Österreich und Schweiz, jeweils anders,
beide viel offener). Nicht zu vertreten sind lange Wartelisten und der sich
dahinter drängende Therapiebedarf! Jeder einzelne Fall bedeutet Leiden
und Verlust an Lebensqualität! Hier und da sind wir schon auf einem guten
Weg; unterstützen wir Bemühungen, die in die richtige Richtung gehen.
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Diese 30 Fragen und Antworten erheben selbstverständlich keinen Anspruch
auf Vollständigkeit, sie decken vielleicht den ersten Ansturm von Fragen
ab für jemanden, der noch keinen Kontakt mit dieser Art Intervention hatte.
Abhängig von Ihrer persönlichen Situation können viele weitere
Fragen auftauchen, die auch in noch ganz andere Gebiete hineinreichen. Bitte
scheuen Sie sich deshalb keinesfalls, nach Antworten auf Ihre hier noch nicht
berücksichtigen Anliegen zu fragen. Falls Sie mich fragen und ich die Antwort
auch nicht weiß, weiß ich vielleicht aber doch, wo sie zu erhalten
ist oder kann Ihnen sonstwie weiterhelfen.
© Copyright Evelyn Rittmeyer